WPL D12 - Suzuki Carry

1:10 | RC-Modell | Baubericht März 2021

Fahrzeugvorstellung

Der Suzuki Carry ist ein Kleintransporter der japanischen Kei-Car-Klasse und wird seit 1961 als Van und Pickup gebaut.

Der chinesische Hersteller WPL hat mit dem D12 eine nicht lizensierte, ferngesteuerte Version der 8. Generation des Suzuki Carry im Maßstab 1:10 herausgebracht. Der Wagen verfügt über Heckantrieb, ist rundum gefedert und wird zusammengebaut inkl. Zubehör angeliefert. Er ist in verschiedenen Farben erhältlich und es gibt haufenweise Tuning-Teile.

Mit einem Preis von unter 50€ ist er klar dem Einsteiger-Segment zuzuordnen und stellt mehr Spielzeug als Miniaturmodell dar.

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Qualität der Bauteile
70%

Der WPL D12 besteht zum Großteil aus dick gegossenen Plastikteilen und macht einen stabilen, wenig zerbrechlichen Eindruck. Leider sind kaum Metallteile verbaut, auch das Chassis besteht ausschließlich aus dickem Plastik. Federung, Aufhängung und Lenkung sind solide und für diese Preisklasse angemessen. Die Räder haben Gummireifen mit Profil, allerdings sind diese direkt auf das Plastik aufgezogen und haben dadurch keine Luftfüllung.

Schwierigkeit
50%

Der ferngesteuerte Pickup lässt sich ohne größere Probleme in seine Einzelteile zerlegen und wieder zusammenbauen. Neben dem kleinen Kreuzschlitz-Schraubenzieher, der im Lieferumfang enthalten ist, benötigt man allerdings auch einen Lötkolben. Die Kabel der Scheinwerfer müssen an den Lötpunkten gelöst werden, wenn man das Fahrerhaus demontieren möchte. Die meisten Plastikteile werden ineinander gesteckt oder geclipst.

Detaillierungsgrad
20%

WPL hat dem D12 ein paar schöne Details verpasst. So ist z.B. der Innenraum samt Armaturenbrett ansehnlich gestaltet und am Unterboden werden Motor und Getriebe angedeutet. Trotzdem handelt es sich bei dem kleinen Pickup um ein Spielzeug. Im direkten Vergleich zu Standmodellen ist der Detaillierungsgrad daher sehr niedrig.

Passgenauigkeit
100%

Die Passgenauigkeit des chinesischen RC-Modells ist super. Alles lässt sich nach dem Zerlegen problemlos wieder Zusammenbauen, keine Bauteile stehen unter Spannung. Die Halteclips aus Plastik sind stabil und brechen auch nach häufiger Nutzung nicht ab. Für Anfänger im RC-Car-Modding ist der Kei-Truck daher bestens geeignet.

Zubehör & Funktionen
80%

Dem D12 liegen zwei Stickerbögen, eine recht billig wirkende Fernbedienung und ein paar Ersatzteile bei. Das RC-Modell kann mit einem, zwei oder drei  7,4V / 500 mAh Akkus bestellt werden. Damit fährt der kleine Pickup jeweils bis zu 30 Minuten lang. Das Lenkrad ist nicht mit dem Lenkservo gekoppelt, es dreht sich also nicht mit. Die Scheinwerfer sind bei Betrieb dauerhaft eingeschaltet und sehr hell, was auch Nachtfahrten mit dem D12 ermöglicht.

Das Hinterachsdifferential ist mit Metallzahnrädern bestückt, Kardanwelle und Hinterachse selbst bestehen jedoch aus Plastik. Der 17g-Lenkservo reagiert gut und der 260er Brushed Elektromotor sorgt für ausreichenden Antrieb. Die vordere Aufhängung ist sehr detailliert und ermöglicht ohne Upgrade-Teile eine individuelle Sturzeinstellung und einen sehr großen Lenkradius für Drift-Setups.

Detailaufnahme des WPL D12 Suzuki Carry im Maßstab 1:10
Der WPL D12 ist perfekt für einen Umbau mit selbstgedruckten Teilen geeignet.
Zuberhör des WPL Suzuki Carry RC-Modells
Die Fernbedienung ist leicht und wirkt etwas billig, erfüllt aber zuverlässig ihren Zweck.
Auszug der Anleitung des WPL Kei Truck Modells
Statt einer klassischen Bauanleitung liegt ein kleines Heftchen mit Maßen & Hinweisen bei.
Gesamtbewertung
64%
Wer ein gut verarbeitetes, günstiges und außergewöhnliches RC-Einsteigermodell sucht, der ist bei dem WPL D12 genau richtig. Natürlich ist das Aussehen des Suzuki Carry aus den 1980ern Geschmackssache und muss gefallen. Durch seinen einfachen Aufbau ist er ein Paradies für verschiedene technische und optische Upgrades. Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt. In mehreren Facebook-Gruppen beschäftigen sich weit über 10.000 Nutzer mit den verschiedensten D12-Umbauten: Vom Drag-Racer mit Brushless-Motor über aufgemotzte Minivans hin zu Offroad-Crawlern mit Allradantrieb ist alles dabei. Vor allem tiefergelegte Drift-Trucks werden oft gebaut. Zubehör- und Tuning-Teile finden sich haufenweise auf eBay oder AliExpress. *Die folgende Anzeige ist ein Provisions-Link. Wenn du darauf klickst und das verlinkte Produkt kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Diese Provision hilft mir, einen Teil der laufenden Kosten von modellbautest.de zu decken und beeinflusst in keiner Weise meine Meinung.
Mein Modell

Ich habe mich auf Anhieb in den D12 verliebt, denn Heckantrieb und großer Lenkwinkel sind die besten Voraussetzungen für einen ungewöhnlichen RC-Drifter. Auf Thingiverse finden sich viele Tuningteile als kostenlose STL-Dateien, die ich mit meinem 3D-Drucker ausdrucken konnte. Mein D12 bekam zunächst einen 370er Motor, eine V3-Platine, eine Drift-Gyro und einen stärkeren Lenkservo eingebaut. Viele Plastikteile wurden gegen die Metall-Upgrades ausgetauscht. Das neue Bodykit habe ich verschraubt und mit JB Weld* verklebt, so dass auch bei Unfällen nichts zu Bruch geht. Nachdem alles gespachtelt, geschliffen und lackiert wurde, macht der D12 jetzt Wohnzimmer und Küche unsicher.

– Gebaut im März 2021 –

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