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Modellbau-Tutorial #2

Nassschiebebilder anbringen

Anleitung zum korrekten Auftragen & Veredeln von Decals

Kaum ein Plastikbausatz kommt ohne die Aufkleber im Miniformat aus. Sie stellen Nummernschilder, Chromleisten oder Embleme dar und liefern einen entscheidenden Beitrag zur Detailtreue des fertigen Modells. Umso ärgerlicher ist es, wenn die empfindlichen Folien beim Anbringen reißen oder später unschöne Ränder hinterlassen. Alles, was es beim Nassschiebebilder anbringen zu beachten gibt, findest du daher nachfolgend.

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Schritt 1 | Vorbereiten

Die Fläche, auf der du das Motiv anbringen willst, sollte möglichst fett- und schmutzfrei sein. Außerdem ist eine ebene Fläche von Vorteil. Um ein 100% perfektes Ergebnis zu erzielen, bietet sich eine gesprühte Schicht hochglänzender Klarlack an. Sie sorgt z.B. für eine glatte Fläche, falls du das Bauteil vorher mit dem Pinsel lackiert hast.

Schritt 2 | Zuschneiden

Schneide das Nassschiebebild mit einem großzügigen Rand aus dem Sammelbogen heraus. Je nachdem wie dicht der Bogen bedruckt ist, kannst du dafür eine Schere oder ein Skalpell benutzen. Um das Motiv herum ist meist ein transparenter Überstand erkennbar. Dieser Überstand ist später ein unsichtbarer Bestandteil des Aufklebers und sollte nicht abgeschnitten werden.
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Schritt 3 | Ablösen

Die Nassschiebebilder sollten unbedingt in klarem Wasser gelöst werden, nicht in dem Wasser, in dem du deine Pinsel auswäschst. Gelöste Farbpartikel können sich an der Folie festsetzen und das Motiv oder die transparenten Ränder des Decals verfärben. Ein separates Gefäß bietet sich also an.

Sei nicht zu ungeduldig, aber warte mit dem Ablösen auch nicht zu lange. Je nach Hersteller und Alter des Bausatzes unterscheiden sich die Zeiten, bis sich das Motiv vom Transferpapier löst, leider sehr stark. Du solltest bei jedem Bausatz mit einem vergleichsweise unwichtigen Decal starten (z.B. Unterboden, Motorraum oder sonstige verborgene Stelle) um zu prüfen, wie sich das Material verhält.

Der Aufkleber sollte sich schon bei minimalem Druck mit dem Finger auf dem Transferpapier bewegen lassen bzw. darauf gleiten. Versuche es in keinem Fall mit Gewalt, sondern halte das Motiv noch ein wenig ins Wasser, wenn das noch nicht der Fall ist. Zu lange darf das Decal allerdings auch nicht im Wasser bleiben, da es sich sonst eigenständig vom Papier löst und im Behälter umherschwimmt. Dabei kann es sich verkleben und wird im schlimmsten Fall unbrauchbar. Ob du das Decal ins Wasser wirfst oder es mit einer Pinzette festhältst macht keinen Unterschied. Achte nur darauf, dass die komplette Fläche nass wird.

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Schritt 4 | Anbringen

Das Decal sollte beim Anbringen noch sehr nass sein – tupfe es auf keinen Fall vorher trocken. Ich selbst verwende zwei verschiedene Methoden, um Nassschiebebilder auf meinen Auto Modellen anzubringen:
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Kleine Motive

Kleine, sehr kleine oder winzige Aufkleber (z.B. Tachoscheibe, Herstelleremblem oder Bremssattelschriftzug) kannst du gut mit einem Skalpell vom Transferpapier aufnehmen und auf das Modell übertragen.

Nachdem du das Motiv vorsichtig abgesetzt hast, kannst du den Wassertropfen, auf dem es noch schwimmt, mit der Ecke eines sauberen Küchenpapiers heraussaugen. Achte darauf, das Decal nicht zu verschieben.

Jetzt hast du noch ein wenig Zeit, den Aufkleber mit der Skalpellspitze perfekt auszurichten, bevor der Kleber antrocknet. Warte nicht zu lange und sei vorsichtig mit dem Skalpell, um das Motiv nicht zu beschädigen.

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Große Motive

Großflächige oder besonders lange Decals (z.B. Zierleisten, Folierungen oder Weißwandreifen) kannst du ganz einfach mit deinem Finger von dem nassen Transferpapier auf das Modell schieben.

Dazu lässt du einen Teil des Motivs über das Transferpapier überstehen und fixierst diese Stelle mit deinem Finger auf dem Modell. Achte auf die Platzierung - bei großen Decals ist nachträgliches Verschieben schwierig.

Jetzt ziehst du langsam das Papier unter der Klebefolie weg, so dass das Motiv faltenfrei auf das Modell übertragen wird. Überschüssiges Wasser kannst du später vorsichtig mit einem Küchentuch wegtupfen.

Schritt 5 | Finish

Lass das Nassschiebebild jetzt für ein paar Minuten antrocken, damit es sich nicht mehr verschiebt. Anschließend ist die Behandlung mit einem Weichmacher empfehlenswert, vor allem, wenn das Decal auf einer unebenen Fläche angebracht wurde. Aber auch auf ebenen Flächen erzielt man ein realistischeres Ergebnis, da die transparenten Ränder des Motives so vollkommen unsichtbar werden.

Ich verwende bei meinen Modellen Revell Decal Soft* und kann es sehr empfehlen. Streiche die klare Flüssigkeit vorsichtig über das gesamte Motiv und tupfe sie nach einer kurzen Einwirkzeit wieder ab. Falls sich das Motiv dem Untergrund noch nicht optimal angepasst hat, wiederhole den Prozess.

Nachdem das Nassschiebebild durchgetrocknet ist, sorgt eine zweite Schicht hochglänzender Klarlack dafür, dass es wie eine echte Lackierung wirkt. Wenn Hochglanz nicht zu deinem Modell passt, kannst du den Lack kurz anziehen lassen (ca. 15 Minuten) und darauf eine zweite Schicht seidenmatten Klarlack lackieren. Dieser Look passt besser zu Militärmodellen oder alten Fahrzeugen.

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Decal Soft* macht die Motive biegsamer und sorgt dafür, dass sie sich Unebenheiten anpassen.
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Ohne Klarlack sind die transparenten Flächen der Nassschiebebilder gut sichtbar.
Modellbau-Tutorial: Nassschiebebilder anbringen auf modellbautest.de
Mit Klarlack wird das Motiv versiegelt und die störenden Flächen verschwinden.

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