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Revell 7536 Mercedes-Benz 1450 LS

Revell Skill-Level 5

Fahrzeugvorstellung

Mit dem 1450 LS stieg Mercedes-Benz 1989 in die noch junge Motorsportklasse des Truck-Racings ein. Bis 1993 konnte sich der Engländer Steve Parrish auf diesem Renntruck dreimal die Europameisterschaft sichern.

Sein 1450 LS war mit einem 18,5-Liter-V10 mit Turboaufladung und Ladeluftkühlung ausgestattet, der ca. 1.600 PS an die Hinterräder abgab. Dank dieser Motorisierung beschleunigte das rund 5 Tonnen schwere Gefährt in nur 4 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 160 km/h abgeregelt.

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Qualität der Bauteile
80%

Dafür, dass es sich um einen recht alten Bausatz handelt, ist die Qualität des Revell Renntruck gut bis sehr gut. Die Bauteile in den weißen, braunen, klaren und verchromten Spritzgussbögen sind dick gegossen und stabil. Einige Teile weisen Fischhäute oder unschöne Versätze auf, die sich aber mit Skalpell oder Dremel entfernen lassen. Die Gummireifen haben ein schönes Profil und sind auch nach über 30 Jahren noch weich und brauchbar.

Schwierigkeit
100%

Der 7536 wird dem höchsten Revell Skill-Level gerecht. Das liegt zum einen an fragilen Konstruktionen wie dem Ansaugtrakt, wo sehr genau gearbeitet werden muss, zum anderen an der Schwierigkeit, das Fahrerhaus mit genau dem richtigen Maß an sanfter Gewalt zusammenzustecken. Das fertige Modell wirkt ziemlich zerbrechlich und sollte nur zu besonderen Anlässen aus der Vitrine genommen werden.

Detaillierungsgrad
80%

Trotz der vergleichsweise geringen Anzahl von 189 Einzelteilen erreicht der Bausatz einen hohen Detaillierungsgrad. Motor, Getriebe, Aufhängung und Lenkung werden gebaut und sind im fertigen Zustand noch gut sichtbar. Das Cockpit wirkt ein wenig trist und seriennah, da hier einige Bauteile an einen normalen Mercedes-LKW erinnern. Das Fahrerhaus lässt sich nach vorne klappen und gibt so den Blick auf Antrieb und Technik frei.

Passgenauigkeit
50%

Mit der Passform gibt es bei dem Mercedes leider einige Probleme. Die hinteren Kotflügel erfordern Spachtel- und Schleifarbeiten, wenn sie sich bündig in die Bodenplatte eingliedern sollen. Beim Zusammenstecken von Cockpit und Führerhaus können sich Türverkleidungen und Seitenfenster in die Quere kommen. Nicht sichtbare Flächen sollten nicht lackiert werden, da die Lackdicke die Passgenauigkeit weiter verschlechtert.

Qualität der Decals
30%

Der Revell Renntruck enthält eine Fülle an Nassschiebebildern um das damalige BP- oder Mosolf-Dekor abzubilden. Leider sind einige gelbe Decals inzwischen transparent und somit auf dem grünen Lack kaum sichtbar. Außerdem lösen sich die meisten Sticker mit bräunlichen Schlieren an den Rändern vom Transferpapier. Decal Soft zeigt kaum bis keine Wirkung. Verarbeiten lassen sie sich immerhin noch gut und ohne einzureißen.

Verständlichkeit der Bauanleitung
90%

Dem Bausatz ist eine zwölfseitige, inzwischen ziemlich vergilbte, schwarz-weiß gedruckte Anleitung im Format DIN A4 beigelegt. Revell erklärt den Zusammenbau gut und logisch in 66 Schritten. Bei Farbgebung und Decals wird immer zwischen den beiden Dekors entschieden. Informationen zu Fahrzeug und Fahrern finden sich nicht in der Anleitung, dafür aber auf den Rändern des Kartons.

Detailaufnahme des Innenraums des Revell Renntruck Mercedes LS 1450 im Maßstab 1:25
Einige Details im Innenraum erinnern eher an einen normalen LKW als an einen Renntruck.
Decalbogen des Revell Mercedes 1450 LS Racetruck Plastikbausatzes
Nach über 30 Jahren zeigen leider einige der enthaltenen Decals Alterserscheinungen.
Auszug der Anleitung des Mercedes LS 1450 Racetruck Bausatzes
Der Arbeitsschritt 54 kann Nerven kosten und erfordert gut dosierte, sanfte Gewalt.
Gesamtbewertung
72%

Der Revell Renntruck von Steve Parrish bzw. Georg Mekle ist ein schön anzuschauendes, nostalgisches Modell mit kleinen Schwächen. Man sollte sich nur als erfahrener Modellbauer an den Bausatz wagen. Da er als gefragtes Sammlerobjekt inzwischen nicht mehr ganz günstig zu haben ist, eignet er sich umso weniger für Anfänger. Wer gerne Nassschiebebilder aufträgt und veredelt wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Kleinere Umbauten wie das Anbringen diverser Anbauteile aus dem LKW-Zubehör sind unproblematisch. In den Spritzgussbögen finden sich z.B. eine Antenne und Schmutzlappen. Durch die vorhandene Sattelkupplung könnte man den Renntruck womöglich sogar um einen Anhänger ergänzen. Von größeren Umbauten sollte man allerdings absehen, da die einzelnen Bauteile teils sehr genau aufeinander abgestimmt sind.

Mein Modell

Als Kind und Jugendlicher habe ich Steve Parrish viele Jahre lang auf dem Truck-Grand-Prix am Nürburgring erleben dürfen. An seinen Mercedes 1450 LS aus dem Jahr 1990 kann ich mich zwar nicht mehr erinnern, dafür aber an viele Modelle der folgenden Jahre, die ebenfalls die auffällige froschgrüne Lackierung trugen. Dieser Bausatz ist einer der wenigen, die ich streng nach Anleitung gebaut und nicht durch andere Teile ergänzt habe. Leider habe ich die enthaltene Windschutzscheibe durch Kleber beschädigt und musste das Bauteil aus einer starken Folie nachbilden. Trotzdem gefällt mir der Mercedes-Truck unheimlich gut und er bekommt einen Ehrenplatz in der Vitrine.

– Gebaut im Januar 2021 –

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